NINE ELEVEN…

Ich denke, jeder weiß heute noch, wo er war, was er machte, als die Nachricht vom Einsturz der Zwillingstürme kam. So wie die meisten Zeitgenossen auch wissen, wo sie waren, als sie die Nachricht vom Attentat auf das „freie Amerika“ erreichte…

Ich saß jedenfalls in meinem Büro und hörte im Radio, ein Flugzeug sei ins Word Trade Center gekracht. Ein Unfall, klar. An etwas anderes dachte man ja zunächst nicht. Ich hatte ein Sportflugzeug im Kopf, eine Cessna oder so was. Kein Verkehrsflugzeug. Ich dachte nur: Wie furchtbar, hoffentlich gibt es nicht so viele Opfer. Das war meine erste Reaktion. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, denn ich hatte anderes im Kopf.

An diesem Tag habe ich nämlich früh Feierabend gemacht, weil ich ein Kleid für eine Hochzeit kaufen wollte. Ein anspruchsvolles und überaus wichtiges Unterfangen, fand ich damals. Als ich am späten Nachmittag mit meiner Beute nach Hause kam, riss mein Vater die Haustür auf, noch bevor ich den Schlüssel ins Schloss stecken konnte. Er packte meinen Arm und zerrte mich ins Wohnzimmer vor den Fernseher. „Es ist ganz schrecklich, furchtbar. Ich habe Angst, dass es jetzt Krieg gibt.“ Mein sonst so wortkarger Papa war ganz aufgeregt. In einer Endlosschleife wurden jetzt die beiden Einschläge gezeigt. Ich war einfach fassungslos. Da wird die ganze Welt auf den Kopf gestellt und man selbst ist shoppen… wie banal. „Ich dachte, mein Herz bleibt stehen.“ sagte mein Vater. Nun, das ist zum Glück erst Jahre später geschehen und eine andere Geschichte…

Dennoch ist dieser Tag in mein Gedächtnis eingebrannt.

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Über drachenfrau

Drachenfrau Geboren, aufgewachsen und immer noch wohnhaft in einer kleinen Großstadt im Bergischen Land. Liebt eigentlich Hunde, hat aber Katzen. Wollte eigentlich nie heiraten, hat aber jetzt den besten Ehemann von der Welt. Möchte am liebsten Opernarien singen, hat aber überhaupt keine Stimme. Mag eigentlich keine Politiker, ist aber politisch aktiv. Wollte eigentlich einen aufregenden internationalen Job, ist aber in einem mittelständischen Unternehmen gelandet und fühlt sich dort geradezu unanständig wohl. Alles weitere beizeiten...
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